Ich bin der typische fFrust und Stress Esser und zu meiner schlimmsten Zeit (ab ca 14 jahren) hatte ich einige Probleme mit allem was mit Zukunft und mir zu tun hatte, zb. Angst zu versagen und keine Ausbildung zu finden, einen schlechten Abschluss zu machen etc. Ich zog mich zurück und nahm langsam aber stetig zu. Als Kind war ich nie dünn oder zierlich, aber trainiert und fit, hielt sogar beim Laufen mit meinem Vater mit, der zu dieser Zeit viel Sport machte. Allerdings fand ich mich so weit ich mich zurückerinnern kann schon zu dick. Ich erinnere mich an eine Situation in der zweiten Klasse, als ein guter Freund von mir aus einer parallell Schule zu mir an die Schule kam. Ich weiß nicht wieso, aber ich traute mich nicht vor ihm zu rennen und zu spielen, aus Angst mein Hintern würde wabbeln und er und seine Freunde sich lustig machen. Ok zum glück kann ich über solche Gedanken heute schmunzeln. Aber allein, dass ich mich noch daran erinnere verwundert mich. In der fünften und sechsten Klasse hatte ich nur überlange Pullies an, aus Angst, jemand würde meinen "dicken" Hintern und Oberschenkel zu sehr bemerken. Wenn ich heute Fotos sehe, denke ich mir: was für Probleme hatte ich damals bloß??????

Ich wurde jedoch immer fauler und zurückgezogener und wollte nur noch meine Ruhe, die ich mit Chips, Schokolade und Co ausfüllte. Glücklich war ich nie, aber aufraffen konnte ich mich auch nicht, etwas dagegen zu tun.

Meine allererste Diät versuchte ich mit ca 15 jahren.

Eine sogenannte Brot Diät. Jeden zweiten Tag durfte man nur trockenes Brot essen, jedoch so viel, wie man wollte.

Ich nahm in ca 2 wochen 2 kg ab. Diese waren aber genauso schnell wieder drauf.

Ich fing an wieder Sport zu machen. Hometrainer fahren, an Geräten trainieren, Mountainbike fahren. Zwar verlor ich kein Gewicht, jedoch gewann ich Muskeln. In meine Hosen passte ich immer noch nicht besser und die Waage war auch nicht gnädiger. Eine etwas definiertere Figur bekam ich jedoch.

Mit der Zeit verlor sich meine Motivation wieder und schneller als sie kamen verabschiedeten sich auch die neugewonnenen Muskeln und Kondition wieder.

Danach versuchte ich immer mal mit radikal nichts essen, was jedoch auch nie lange klappte und so der JOJO natürlich nie lange auf sich warten ließ.

Am Ende meiner Ausbildung mit 19 erreichte ich dann mein Höchstgewicht von 75 kg. In den Spiegel blickte ich schon lange nicht mehr gerne und meine schlanken Freundinnen, die sich immer noch zu dick fanden machten mich irgendwann einfach wütend. Ich hatte genug.

Pfingsten letzten Jahres find ich wieder an, mich (wenn auch nicht unbedingt so geplant, ich weiß noch immer nicht, wie ich das geschafft habe) von einem Brötchen am Tag zu ernähren. Ich nahm innerhalb von ein paar Wochen auf 68 kg ab und fühlte mich gut. Es war schönes Wetter, ich war viel unterwegs und frisch verliebt. Eine tolle Zeit, und endlich dachte ich mal nicht ans Essen.

Anfang August eröffnete mir mein damaliger (wie ich dachte) "Freund", er wolle, das alles wieder so wie früher werde, als wir nur Freunde waren, er könne keine Beziehung eingehen. Ich verstand die Welt nicht mehr, denn er war es gewesen, der sich lange um mich bemüht hatte. Ich erfuhr dann, dass er parallel eine andere hatte und ich wohl nur der Lückenfüller war oder eine Affäre wie auch immer.

Da ging es dann wieder bergab. Frust essen. Innerhalb kürzester Zeit wieder hoch das Gewicht. Ich fing September eine Schulische Ausbildung an und hatte wieder viel mit lernen zu tun. Die Angst schlecht zu sein kam wieder hoch und wurde zeitweise mit Schoki unterdrückt.

Januar diesen Jahres dann hatte ich wieder die Nase voll. Ich wollte endlich in die Kleider passen, die mir gefallen. Einmal einen kurzen Rock tragen oder ein enges Top. Ich fing eine Diät an, die Verwandschaft von mir schon mit Erfolg versucht hatten.

Sie gliederte sich in etwa so:

Morgens zwei Scheiben Brot mit Käse oder Marmelade oder eine Scheibe und etwas Obst.

Mittags meist ein belegtes Brot und Salat

Abends etwas Fleisch, viel Gemüse und Kartoffeln oder Reis.

Man durfte sogar zwei mal in der Woche ein Stück Kuchen essen.

Ich nahm langsam aber stetig ab und kam bis Juli das erste mal seit jahren auf 65 kg.

Inzwischen mache ich die Diät nicht mehr genau, jedoch im großen und ganzen hat man die Essgewohnheiten nach dieser Zeit irgendwie automatisch umgestellt.

Probleme mit Naschen habe ich leider immer noch und der Sonntag ist mein Angst Tag, weil ich an diesem doch öfter noch eine richtige Fressattacke habe. Danach habe ich zwei Wochen ein verdammt schlechtes Gewissen und schaffe es wieder ein paar Tage mich wirklich mal wieder dran zu halten.

So hab ich es bisher doch geschafft, mein Gewicht schwankend auf 63 bis 65kg zu halten.

Gerne würde ich jedoch noch einiges dauerhaft abnehmen, denn die komplimente die ich bisher bekam, sind schon Balsam für die Seele.

mal sehen wie es klappt.

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